Petition

Sehr geehrte Parteivorsitzende von SPD, Grüne und FDP in Rheinland-Pfalz,

In den letzten 20 Jahren gab es keine nennenswerten Aufstockungen des Weiterbildungs-haushaltes in Rheinland-Pfalz. Gleichzeitig haben sich die Herausforderungen nicht nur verändert, sondern auch vervielfacht. Große gesellschaftliche Aufgaben wie die breitere Teilhabe unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen und die sprachliche und berufliche Integration von Zehntausenden von Geflüchteten lassen sich bei gleichbleibenden Ressourcen nicht länger meistern – nicht kurzfristig und schon gar nicht auf lange Sicht.

Wir benötigen von der zukünftigen Landesregierung dringend kurz-, mittel- und langfristig Mittel in erheblichem Umfang für die Weiterbildung, damit unsere Einrichtungen auch zukünftig in der Lage sind, die genannten gesellschaftlichen Herausforderungen zu bewältigen.

Die nach dem Weiterbildungsgesetz anerkannten Landesorganisationen und die Volks-hochschulen in Rheinland-Pfalz haben den Auftrag, den grundlegenden Bedarf der Bür-gerinnen und Bürger an Weiterbildung in adäquaten Angeboten umzusetzen. Wir tun dies flächendeckend, sind für alle Bürgerinnen und Bürger offen und führen kontinuierlich Maßnahmen zu aktuellen gesellschaftlichen Themen durch.

Die zentralen Zukunftsaufgaben bestehen darin,

  • diese Angebote für alle Bürgerinnen und Bürger aufrecht zu erhalten bzw. bedarfsge­recht fortzuentwickeln und die sogenannte „Mitte der Gesellschaft“ weiter­hin zu erreichen,
  • ein fundiertes Grundbildungsangebot für alle diejenigen vorzuhalten, deren schulische und berufliche Abschlüsse keine ausreichende Basis für eine aktive Teilnahme am gesellschaftlichen, kulturellen und Arbeitsleben bieten,

sowie Integrations-, Sprach- und Orientierungskurse für Geflüchtete durchzufüh­ren, die den großen Bedarf qualitativ und quantitativ erfüllen. Wichtig sind uns in die­sem Zusammenhang auch Bildungsangebote für die sogenannte Aufnahmegesell­schaft.

  • unsere Einrichtungen so weiter zu entwickeln, dass sie auch zukünftig für eine einerseits gealterte, andererseits vielfältigere Bürgergesellschaft offene und attraktive Angebote bereitstellen können.

Diesen Dreischritt vollziehen unsere Bildungseinrichtungen derzeit mit einer finanziellen und personellen Ausstattung, die nur für den ersten Schritt geschaffen wurde. Eine dringend benötigte systematische Öffnung der Weiterbildung im Sinne einer breiten gesellschaftspolitischen Bildung für alle ist damit nicht möglich.

Ebenso werden Grundbildung und Kurse für Flüchtlinge vor allem über befristete Projektmittel gewährleistet, die mit den vorhandenen personellen Ressourcen nicht auf Dauer gestemmt werden können.

Um unsere Angebote auch weiterhin qualitätsvoll umsetzen zu können, das dazu erforderliche Personal halten und ausbauen und unsere Infrastruktur mit den Standards unserer Zeit ausstatten zu können, ist es notwendig, die Mittel zur Förderung der Weiterbildung in Rheinland-Pfalz im Laufe der kommenden Legislaturperiode deutlich aufzustocken.

Die staatlich anerkannten Weiterbildungsorganisationen setzen neben der allgemeinen und politischen Bildung Akzente in einer Vielzahl von Themen (als Anlage anbei). Die finanzielle Ausstattung ist bei allen aufgezeigten Tätigkeitsschwerpunkten mittlerweile auf ein so niedriges Niveau gesunken, dass die Aufrechterhaltung des Systems insgesamt gefährdet ist.

Zur nachhaltigen Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Angebotes der Weiterbildung in Rheinland-Pfalz als vierte Säule im Bildungssystem ist eine Verdopplung der Mittel im Rahmen des allgemeinen Weiterbildungsgesetzes in der aktuellen Legislaturperiode auf 16 Mio. € unerlässlich.

Bitte unterstützen Sie uns bei dem dringend benötigten Ausbau der allgemeinen Weiterbildung. Unsere Gesellschaft steht vor zukunftsentscheidenden gesellschaftlichen Herausforderungen, zu der wir sehr gerne unseren Beitrag leisten.

 

Mit freundlichen Grüßen,

 

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